Geschmacksnerven unter Hochspannung – das VOLT in Berlin

Juliane
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Juliane

Deutsche Küche? In modern? Ja doch, das geht. Das geht sogar hinreißend köstlich, wie das VOLT in Berlin beweist. Mitten in Kreuzberg, am idyllischen Paul-Lincke-Ufer, befindet sich eines der zugleich schönsten wie auch leckersten Restaurants der Hauptstadt. Im 1925 erbauten Umspannwerk Kreuzberg eröffnete Küchenchef und Geschäftsführer Matthias Gleiß im Oktober 2010 dieses Schmuckstück mit zum Rahmen passenden Namen und verzaubert seither Foodies und Gourmets von nah und fern.

LOCATION

Das inzwischen unter Denkmalschutz stehende Umspannwerk Kreuzberg war bis 1989 in Betrieb und ist heute beeindruckendes Zeugnis der Berliner Industriegeschichte. Mit seinen hohen Hallen und offenen Backsteinwänden ist es einer der ungewöhnlichsten Locations der Stadt – schon der Außenanblick macht Lust auf mehr.

Die klare Linie des industriellen Architekturdenkmals setzt sich im Inneren des Restaurants fort: kupfer, schwarz und warme Holztöne dominieren den Raum und sorgen sofort für Wohlbefinden. Das viele Holz, der restaurierte Steinboden und die scheinbar in Sichtachsen ausgerichteten kleinen Tische sind Balsam für die Augen. Keine Spur von angestaubt oder steif – sehr gut! Der industrielle Charme sorgt hier für die ganz große Kulisse, ohne dass man als Gast das Gefühl hat, in einer ungemütlichen Industriehalle zu sitzen. Das Lichtdesign verdient dabei besondere Erwähnung: schön und warm ausgeleuchtet wirkt der Raum historisch und zeitgenössisch zugleich. Ein wahres Meisterwerk, das VOLT, auch für die Augen. 

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FOOD

Die Verbindung von Tradition und Moderne findet sich auch in der Karte und schließlich in allerköstlichster Form auch am Gaumen wieder. Hier wird traditionelle deutsche Küche einmal frisch durchgepustet, auf den neuesten Stand gebracht, mit internationalen Einflüssen abgeschmeckt und dann serviert. Regionale Produkte gepaart mit Kreativität und Handwerkskunst sorgen für frische, moderne Küche, die ihre deutschen Wurzeln nicht verleugnet.

Unbedingt probieren solltet ihr neben den wechselnden Menüs die Blutwurstravioli auf Paprikakraut, den Fürstenberger Rehrücken oder den geräucherten Aal mit geschmorten Bäckchen, Birne und Topinambur. Und jetzt der Knaller: das alles zu einem unglaublichen Preis, für den ihr in vergleichbare Restaurants in London oder New York nur müde angelächelt werdet. Die Auswahl hervorragende Weine, inkl. ebenso professioneller wie charmanter Beratung durch Sommelière Kerstin Beckmann, runden das sensationelle Geschmackserlebnis im VOLT ab.

Soviel Qualität bleibt natürlich nicht unbemerkt und so wurde Matthias Gleiß nicht nur bereits 2011 von den Berliner Meisterköchen zum Aufsteiger des Jahres gekürt, sondern verzeichnet mit seinem VOLT auch stolze 15 Punkte im Gault Millau. Und obwohl dort nur die Küche bewertet wird, ist das gesamte Team wirklich ein herzlicher Gastgeber. Servicewüste Berlin? Nicht im VOLT! Der umsichtige, hervorragende Service unter Restaurantleiterin Sina Abrecht versöhnt einen mit dem mitunter rauen Ton der Hauptstadt. Zu den prominenten Gästen schweigen diese dienstbaren Geister allerdings – und die vielen Stammgäste neben den herzlich willkommenen Berlin-Entdeckern wissen das freilich zu schätzen.

Am Ende eines köstlichen, langen Abends mit Markelenfilet, grünem Apfel und Wasabi oder Fürstenberger Rehrücken mit Pfifferlingen, Kichererbsen und Sellerie verlässt man ungern diese Juwel Berliner junger deutscher Küche. Doch ein Trost bleibt – man kann wiederkommen.

Auf den Geschmack gekommen? Dann schnell das Hotel in Berlin gebucht und moderne deutsche Küche im VOLT erleben!

INFO

  • VOLT
  • Paul-Lincke-Ufer 21, 10999 Berlin, www.restaurant-volt.de (Online-Reservierung möglich)
  • Mo-Sa 18:00-24:00 Uhr, Reservierung erwünscht
  • EC- und Kreditkarten akzeptiert
  • Vorspeise ab 16,00 EUR, Hauptgang ab 28,00 EUR, Dessert ab 10,00 EUR, 4 Gang Menü ab 56,00 EUR
  • Vegetarisch, vegan, glutenfrei wird angeboten.